Die wilde Jagd

Aberglaube- Kunstprojekt

Landart

Rauminstallation im Archäologischem Landesmuseum / Herne

Die Wilde Jagd, Installation (Braun/Stephan). Zur Mitte der Raunächte steht nach altem Volksglauben das Geisterreich offen. Die Seelen der Verstorbenen, Dämonen und Gespenster haben Ausgang. Sie brechen als wilde Horde auf. Mit Rasseln, Lärm und Jagdrufen braust sie durch die Dunkelheit und gemahnt die Menschen im Haus zu bleiben, um nicht mitgezogen zu werden.

LWL – Archäologisches Landesmuseum in Herne

Bildergalerie

Film zur Ausstellung

Wie alles begann ...

Die Fototermine mit den Schädeln dauern ohne Anfahrt jeweils zwischen 5 und 6 Stunden. Aufbau, Fotos, Umbau, Platzsuche nach Lichtverhältnissen und Untergrund, Fußwege, Kistenpacken … Diesmal mussten wir mit 7 großen Schädelkisten eine steile Sandpiste zum See runter – und auch wieder rauf. Die Auswahl der Bilder ist ein Highlight, aber auch mit viel Arbeit verbunden, denn wir machen für eine gute Aufnahme an die 100 Bilder.

Wir ziehen los: Heute sind wir auf einem wunderschönen Waldfriedhof im tiefsten Westerwald. Ein ganz besonderer Ort an dem wir mit großer Vorsicht und Achtsamkeit unserem Projekt eine weitere Facette hinzufügen. Gute Geister geleiten uns an den verwunschenen Ort.

Stadtmuseum Siegburg im "Hexenkeller" AberGlaube III

Schließlich nun die Ausstellung hier in Siegburg, die – ebenso wie in den beiden vorherigen Museen – Bezug nimmt zum Haus, zu seiner Architektur, und zu der Stadtgeschichte, die hier präsentiert wird. Was ist da für das Thema Aberglaube naheliegender als altes, geschichtsträchtiges Gemäuer und die Grauen der Hexenverfolgung? Ines Braun und Iris Stephan haben sich mit der Geschichte des Aberglaubens über die Jahrhunderte und über die Kontinente hinweg vertraut gemacht, haben recherchiert, geforscht, gesammelt. Fakten und Artefakte, ausrangierte Sammlungsobjekte aus Privatbesitzt, Laborgeräte, Tierpräparate, Jagdtrophäen und vieles mehr, und haben aus diesem unermesslichen und stetig wachsenden Fundus skurrilster  Dinglichkeiten eine wunderbar leichte und tiefgründige, erheiternde und erschütternde, aufklärerische und zugleich magische Präsentation von Objekten, Malereien und Installationen geschaffen. Es ist nicht die Absicht der Künstlerinnen, den Glauben und seine Auswüchse in Frage zu stellen. Es geht vielmehr darum, die eigene Geistes- und Glaubenshaltung und ihre Konsequenzen in unserem heutigen Handeln immer wieder kritisch zu reflektieren und zu hinterfragen. Der Mensch ist ohne Glaube und Aberglaube nicht denkbar. Die Suche nach Antworten auf Fragen zu seiner Existenz, auf unerklärbare Zusammenhänge, ist ihm immanent. Ines Braun und Iris Stephan führen mit wissenschaftlicher Akribie und künstlerischer Kreativität, mit Witz und Tiefgang auf viele Phänomene des AberGlaubens zurück und damit auf spielerisch leichtem Wege zu tiefgreifenden Fundamenten unserer Existenz zwischen Sein und Schein, zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Wissenschaft und Glaube.“

Aus der Eröffnungsrede von Dr. Gundula Caspary, Leiterin Stadtmuseum Siegburg

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Schaurige Raunacht im Siegburger Stadtmuseum
Kalte Schauer laufen den Besuchern im historischen Keller des Museums über die Schulter. Dort bricht die Raunacht an, in der sich nach altem Volksglauben das Geisterreich öffnet und sich die Dämonen mit den Seelen der Verstorbenen eine wilde Jagd liefern, was eine eindringliche Stimme vom Band gruselig-poetisch kommentiert…
(Pressestimme von Günter Willscheid, Kölner Stadtanzeiger)

Dom Radio Köln: Vielen, vielen Dank an unseren tollen Sprecher Bernd Svoboda-Schmidt und an Hilde Regeniter vom Dom Radio für diese tolle Möglichkeit bei euch unsere Tonaufnahme machen zu können.